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Komponenten einer telemedizinischen EDV-Anlage, insbesondere eines Systems für Teleradiologie

Ein teleradiologisches Projekt benötigt zur technischen Umsetzung folgende technische Komponenten, welche als Einzelkomponenten bzw. Komplettlösungen von verschiedenen Herstellern und Firmen bezogen werden können.

  1. LAN (Lokal Area Network) am Ort der Bildakquisition (peripheres KH bzw. niedergelassener Arzt). Dieses kann durch eine Intranetlösung (dzt. aktuellste Umsetzung von lokaler Datenverteilung und -vernetzung) oder mittels einer dezidierten Client-Server-Technologie (ältere Lösung, wesentlich kosten- und wartungsintesiver) realisiert werden.
  2. WAN (Wide Area Network) zur Bildübertragung zwischen zwei geographisch oder rechtlich getrennten Einrichtungen
  3. LAN des Schwerpunktkrankenhauses

Das WAN verbindet die verschiedenen Teilnehmer des Teleradiologieprojektes extramural. Dies kann im Prinzip über Kupferkabel der Post mittels Modem erfolgen, mittels ISDN oder ATM (in Entwicklung, Asynchroner Transfer Modus; derzeit sind Übertragungsraten zwischen 100Mbits/sec bis 2 Gbits/sec möglich) bzw. über Lichtleiter oder Satelliten, was prinzipiell eine Frage des zu übertragenden Datenvolumens und der Finanzierung ist.

Der Kommunikationsserver wird im folgenden ISDN-Server (Integrated Digital Services Network) genannt, weil im dargestellten Fall für das WAN (Wide Area Network) eine ISDN-Leitung verwendet wird.

Die nachfolgende Tabelle soll Aufschluß darüber geben, mit welchen durchschnittlichen Übertragungszeiten ein Dokument unterschiedlicher Größe via ISDN-Leitung (WAN) an einen anderen Teilnehmer übermittelt werden kann:

Dokumentenart Inhalt t (ISDN 128 Kbit/sec)
Arztbrief, Befund (Format: Word) 1 Seite ca. 15 KB 1 sec
Laborbefund (Format: Word) 1 Seite ca. 15 KB 1 sec
ambulante Krankengeschichte 3,5 KB 1 sec
stationäre Krankengeschichte 12 KB 1 sec
Image (1 A4 Seite) 20 KB 15 sec
Image ( 1 A4 Seite in Farbe) 2 MB 2 min
CT-Bild Serie 35 MB, 540 KB/ Bild, 64 Bilder/ Serie 36 min
MR-Bild Serie 10 MB, 130 KB/ Bild, 64 Bilder/ Serie 10 min
Röntgenbild 30 MB, 5 MB/ Bild, 6 Bilder/ Behandlung 30 min


Der Kommunikationsserver sammelt die Daten für die Datenübertragung, bereitet sie vor und versendet sie.

Nur die Eingangsdaten der verschiedenen Teilnehmer, Clients genannt, unterscheiden sich in ihren Quellen und zum Teil in ihren Datenformaten.
Das LAN im Bereich 1 und 3 kann jeweils unterschiedlich konfiguriert sein. So kann zum Beispiel im Schwerpunktkrankenhaus A das dort installierte KIS (Krankenhaus Information System) als übergeordnete Struktur für den Datenfluß zum ISDN-Server verwendet werden. Dann ist nur noch eine softwaretechnische Anbindung an die Datenablage und -freigabe notwendig.

Die akquirierten Daten können in diesem Fall über ein krankenhausinternes Intranet, welches durch eine Firewall gegen unbefugten Zugriff geschützt wird, auf den ISDN-Server übertragen werden. Dieser "Sammel"-Server hat dann die Aufgabe, die zu übermittelnden Daten mit entsprechenden Zugriffsberechtigungen zu versehen und zu kodieren. Dann können die Datenpakete (Bilddaten und Text-Patienteninformationen) in einem standardisierten Format von einer peripheren Gegenstelle abgerufen werden oder auch aktiv an den Befunder geschickt werden.

Das definitive Datenformat in der Radiologie ist seit Ende 1993 das sog. DICOM 3.0 Format (Digital Imaging and Communication in Medicine).

Telemedizinische Systeme müssen in besonders hohem Masse den Anforderungen eines umfassenden Sicherheitskonzeptes im derzeit bestmöglichem technischem Rahmen Rechnung tragen.

Folgende Aspekte müssen beim Austausch von Daten gewährleistet sein:

  1. Urheber und Empfängernachweis (Authentizität des Kommunikationspartners und des Datenursprungs)
  2. Zugangs- und Zugriffskontrolle (Zuordnung von Lese-, Übertragungs- und Schreibrechten)
  3. Verschlüsselungsmöglichkeit
  4. Gewährleistung der Nachvollziehbarkeit der Kommunikationsvorgänge
  5. Ausfallssicherheit
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