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Rheumatologische und sportmedizinische Bildgebung
Radiologie II, Medizinische Universität Innsbruck
Anichstrasse 35
6020 Innsbruck, Austria
Terminvergabe: 0043-512-504-27112
Univ.-Doz. Dr. Andrea Klauser
Tel: 0043-512-504-27088
Fax: 0043-512-504-24029
Mobil: 0043-512-504-81923
Email an Doz. Klauser

Interdisziplinäre Zusammenarbeit:

Rheumatologie– Neurologie:
Neben oben angeführten optimiertem Patientenmanagement sind weitere interdisziplinäre Abklärungsalgorithmen zunehmend von Bedeutung:
Schon frühere Innsbrucker Studien zeigten den Wert der Sonographie beim Carpaltunnelsyndromes (CTS). Die Erfassung entzündlicher Ursachen des CTS ist eine neue Herausforderung. Patienten mit Verdacht auf eine entzündliche Genese des CTS werden neben der neurologischen und chirurgischen auch einer rheumatologisch/internistischen Untersuchung zugeführt, und infolge auch einer Sonographieuntersuchung unterzogen. Die Unterscheidung einer entzündlichen Genese des Carpaltunnelsyndromes erscheint besonders wichtig, da dieses unabhängig vom operativen Eingriff umfassend therapiert werden sollte, wodurch der Erfolg einer operativen Versorgung bei diesen Patienten noch weiter optimiert werden kann (Klauser A; Schirmer M. (2003): Splinting vs surgery for carpal tunnel syndrome. JAMA).

Rheumatologie- Orthopädie / Neurochirurgie:
Bei persistierenden Kreuzschmerzen mit Verdacht auf ein entzündliches Geschehen muß das Vorliegen einer Sacroiliitis ausgeschlossen werden. In der Literatur werden für Bechterew-Patienten Diagnoseverzögerungen von 8.5 Jahren nach Symptombeginn genannt, bei HLA-B27 negativen Patienten dauert es sogar durchschnittlich 11.4 Jahre bis zur Diagnosestellung. Eine rasche Abklärung und frühzeitigere Diagnose ist bei diesem noch immer langjährigem Leidensweg vieler Patienten ganz oberste Priorität. Neben der rheumatologischen Untersuchung spielten dabei die Sonographie und die Magnetresonanztomographie eine wesentliche Rolle in der Frühdetektion des entzündlichen Rückenschmerz (Klauser A, Bollow M, Calin A, Frauscher F, Kainberger F, Moncayo R, Salvarani C, Sieper J, zur Nedden D, Schirmer M (2004): Clinical diagnosis and imaging of sacroiliitis. Innsbruck, Austria, October 9, 2003. J. Rheumatol. (Workshop Report).

Rheumatologie- Gefäßchirurgie– Augenklinik:
Patienten mit Fragestellungen der Polymyalgia rheumatica / Riesenzellarteritis können durch das Vorliegen einer Bursitis, dessen Diagnose schnell und einfach mittels Sonographie gestellt werden kann diagnostiziert werden. Im Rahmen der sonographischen Abklärung erfolgt eine Hautmarkierung zur optimierten Biopsie der Arteria temporalis.

Unfallchirurgie– Sporttraumatologie- Plastische Chirurgie:
Eine langjährige Zusammenarbeit bei speziellen Handpathologien, wie z.B. Kletterfingerverletzungen (Klauser A et al (1999): Am J Sports Med), (Klauser A et al (2002): Radiology) zeigen den Wert der hochauflösenden Sonographie. Aber auch viele andere Sportüberlastungsverletzungen von Spitzen- und Freizeitsportlern, insbesondere in Zusammenarbeit mit der UNIQA und dem Österreichischen Alpenverein, können sonographisch hervorragend abgeklärt werden (Epicondylitis, Impingement, Sehnen/Muskelzerrungen,…). Röntgen und gegebenfalls Magnetresonanzuntersuchungen und entsprechende klinische Betreuung soll ein rasches optimiertes diagnostisch/ therapeutisches Procedere für den Sportler bieten. Die Sonographie bietet hier eine einzigartige Möglichkeit, dynamisch die Beschwerdestellen zu untersuchen, mit dem Sportler zu diskutieren, Ursachen zu hinterfragen, und minimal invasive Therapien, wie ultraschall gezielte Injektionen, anzubieten. (Klauser A et al (2002) Radiologe), (Klauser A, Frauscher F. (2004) Lancet).

Interventionelle Sonographie:
Unklare Fälle des rheumatischen Formenkreises können durch sonographisch gezielte diagnostische Punktionen minimal invasiv abgeklärt werden.
Die interventionelle Sonographie übernimmt neben dieser diagnostischen Rolle zunehmend auch therapeutische Aufgaben ein. Bei Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wenn nur einzelne Gelenke von einem entzündlichen immun-mediierten Prozess betroffen sind bedarf es nicht immer sofort einer Änderung der oralen Medikamentation, sondern es kann lokal, sofern die Entzündungsaktivität auf ein oder zwei Gelenke beschränkt ist, durch eine gezielte sonographische Injektion therapiert werden.
Somit kann die sonographische gezielte lokale Therapie eine sinnvolle Unterstützung im rheumatologischem therapeutischem Procedere mit dem Ziel der „Vollremision“ ermöglichen.
Neben dem rheumatischem Fornmenkreis findet die gezielte unter Sicht durchgeführte Infiltration durch die genaue Plazierung auch großen Anklang bei Patienten mit Überlastungsproblemen des Bewegungsapparates (Klauser A, Frauscher F. (2004) Lancet).

Geronotologie:
Die Differenzierung einer chronischen Polyarthritis von aktivierten Arthrosen, Polymyalgia rheumatica, Giant cell arteriitis oder Spondyloarthritis (z.B. Psoriasisarthritis) gelingt meist leicht mittels Bildgebung wie Röntgen, Magnetresonanzuntersuchung oder Sonographie. Diese Unterscheidung ist von zunehmender Wichtigkeit, da auch alternde Menschen weiters sportlich aktiv und in Bewegung bleiben und diese einen größeren Anteil von Patienten, die an der Rheumaambulanz vorstellig werden, ausmacht.

Aufwand und Kosten bei Arthrosepatienten sind beträchtlich und beinahe so hoch wie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und sollten daher einen adäquaten Stellenwert in Diagnostik (Bildgebung) und Therapie haben.

 
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  30.09.2009