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Die Entdeckung des Tiroler Eismanns im Herbst 1991 war nicht nur ein sensationeller Fund für Historiker, Biologen und Anthropologen, sondern er war auch für die Radiologie II ein besonderer Glücksfall. Auf unserem Institut konnten die ersten radiologischen Untersuchungen an der Mumie durchgeführt werden. Weiters wurden gerade um diese Zeit neue Techniken entwickelt, die zum Teil zum ersten Mal beim Eismann zum Einsatz kamen. Dazu gehören inzwischen routinemäßig eingesetzte Verfahren, wie Spiral-Computertomographie, digitale Radiographie als auch modernste Postprocessing-Methoden (siehe auch VR-Radiologie). Die Stereolithographie, ein ursprünglich für die Autoindustrie entwickeltes Rapid-Prototyping-Verfahren (siehe Kooperation mit Fa. Zumtobel, vgl. VR-Radiologie), ermöglicht eine exakte Darstellung von komplizierten geometrischen Sachverhalten, wie sie im Produktdesign häufig vorkommen, als Modell. Diese Technik wurde zum ersten Mal überhaupt im Bereich der Medizin an den Computertomographie-Daten des Eismannschädels erfolgreich eingesetzt, um dessen Anatomie am Modell studieren zu können. Die hervorragende Zusammenarbeit in der Eismannforschung mit verschiedenen Instituten (Wien, Murphy) und die beeindruckenden Ergebnisse daraus öffneten viele internationale Kooperationen im neugegründeten Forschungsbereich Radiologie-Anthropologie. Der forcierte Einsatz von Bildbearbeitungsmethoden ließen das Gebiet der "virtual anthropology" (vgl. Universität Wien) entstehen. |
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